Google Search Console: Was du als Unternehmer einmal im Monat prüfen solltest

Die Google Search Console zeigt dir kostenlos, wie deine Website in der Google-Suche abschneidet. Als Unternehmer reichen drei Ansichten: der Leistungsbericht, der Seiten-Tab und der Suchanfragen-Tab. Wer diese drei Berichte einmal im Monat prüft, erkennt Probleme früh und kann gezielt Fragen an seine Agentur stellen. Der Aufwand beträgt 15 Minuten.


Du hast Zugang zur Google Search Console. Vielleicht hat sie dein Entwickler eingerichtet, vielleicht deine Agentur. Aber du öffnest sie nicht, weil du nicht weißt, wonach du schauen sollst.

Die Search Console ist das einzige Tool, das dir Google-Daten direkt liefert. Ungefiltert, kostenlos, direkt von der Quelle. Kein Drittanbieter-Tool, keine Hochrechnung.

Dieser Artikel zeigt dir drei Ansichten, die zusammen ein klares Bild ergeben. Du brauchst kein SEO-Wissen. Du brauchst 15 Minuten im Monat und die Bereitschaft, Zahlen zu lesen.


Was die Search Console ist und warum du Zugang brauchst

Die Google Search Console ist ein kostenloses Tool von Google. Es zeigt dir, wie deine Website in den Suchergebnissen erscheint: wie oft sie auftaucht, wie oft Nutzer darauf klicken, für welche Suchbegriffe sie sichtbar ist.

Das ist kein Marketing-Tool. Die Zahlen stammen direkt von Google.

Falls du noch keinen Zugang hast: Dein Entwickler oder deine Agentur richtet das in fünf Minuten ein. Es reicht, wenn sie dir Lesezugriff geben.

Ein Hinweis: Deine Agentur nutzt wahrscheinlich eigene Reporting-Tools mit anderen Zahlen. Diese Tools rechnen oft um oder ergänzen Schätzungen. Die Search Console ist die Quelle. Wenn du willst, weißt du, was Google tatsächlich sieht.


Ansicht 1: Klicks und Impressionen

Wo du sie findest: Leistung → Suchergebnisse

Du siehst drei Kennzahlen:

  • Klicks: Wie viele Nutzer auf deine Website geklickt haben
  • Impressionen: Wie oft deine Website in den Suchergebnissen aufgetaucht ist
  • Position: Auf welchem Platz du im Durchschnitt erscheinst

Was du prüfst: Vergleiche die letzten drei Monate mit dem Vorjahreszeitraum. Der Trend zählt. Ein einzelner Monat sagt wenig.

Ampel:

  • Klicks steigen: Alles in Ordnung.
  • Impressionen steigen, Klicks stagnieren oder sinken: Deine Seite erscheint öfter, aber Nutzer klicken nicht. Schick deiner Agentur einen Screenshot und frag, welche Titel und Beschreibungstexte überarbeitet werden müssen.
  • Klicks und Impressionen fallen: Das ist ein Signal für ein Gespräch mit deiner Agentur.

„Was bedeutet es, wenn meine Impressionen steigen, aber meine Klicks fallen?“

Deine Website erscheint bei mehr Suchen, aber Nutzer entscheiden sich dagegen zu klicken. Zwei häufige Ursachen: Der Seitentitel passt nicht zur Suchanfrage, oder ein Mitbewerber hat eine attraktivere Beschreibung. Zeig deiner Agentur den Screenshot aus dem Leistungsbericht und frag konkret, welche Seiten betroffen sind.


Ansicht 2: Welche Seiten Traffic bringen

Wo du sie findest: Leistung → Seiten

Diese Ansicht zeigt dir, welche Unterseiten deiner Website wie viele Klicks bekommen.

Was du prüfst: Schau dir die Top 5 an. Sind das die Seiten, die dir Kunden bringen sollen?

Ein häufiger Befund: Die meistbesuchte Seite ist die Startseite oder ein alter Blogpost, nicht die Leistungsseite. Das muss kein Problem sein, aber es ist eine Frage wert: Warum besuchen mehr Menschen einen alten Artikel als die Seite, auf der du dein Angebot beschreibst?

„Meine Kontaktseite hat mehr Klicks als meine Leistungsseite.“

Das passiert öfter als man denkt. Nutzer suchen direkt nach dem Unternehmen und landen auf der Kontaktseite. Das klingt erst mal gut, ist aber ein Zeichen dafür, dass die Leistungsseite kaum über Google gefunden wird. Wer dich nur über deinen Namen findet, war wahrscheinlich schon empfohlen worden. Wer dich über dein Angebot findet, ist echter Neukunde. Schau, wie viele Klicks auf die Leistungsseite gehen, und vergleiche das mit der Kontaktseite.


Ansicht 3: Welche Suchbegriffe dich finden

Wo du sie findest: Leistung → Suchanfragen

Hier siehst du, welche Keywords tatsächlich zu Klicks auf deine Website führen.

Was du prüfst: Stimmen die Begriffe mit deinem Angebot überein? Findest du Überraschungen?

Ein häufiger Befund: Viele Klicks kommen über den Firmennamen. Das ist grundsätzlich gut, zeigt aber, dass du hauptsächlich von Leuten gefunden wirst, die bereits nach dir suchen. Klicks über Leistungs-Keywords zeigen, ob du auch von potenziellen Neukunden entdeckt wirst.

„Fast alle meine Klicks kommen über meinen Firmennamen.“

Deine Bestandskunden und Empfehlungen finden dich. Fremde noch nicht. Der Unterschied ist wichtig. Wer über Branchen-Keywords gefunden wird, hat eine breitere Basis für echten Neukunden-Traffic. Wenn du dir nicht sicher bist, was sich daran ändern lässt, ist das ein gutes Thema für ein erstes Gespräch.


Was tun, wenn etwas auffällt

Kein Grund zur Panik. Ein einzelner schlechter Monat kann viele Ursachen haben: Saisonalität, ein technischer Fehler, eine Google-Änderung.

Was du prüfst: Ist es ein Ausreißer (ein Monat) oder ein Trend (drei Monate in dieselbe Richtung)? Erst wenn du drei Monate Rückgang siehst, wird es zu einem Gesprächsthema mit deiner Agentur.

Wenn du das Gespräch führst, komm mit Screenshots. „Die Zahlen sind schlechter geworden“ ist eine Behauptung. Ein Screenshot aus dem Leistungsbericht ist ein konkreter Gesprächspunkt. Welche Fragen du dabei stellen solltest, findest du im Artikel SEO-Agentur Leistung beurteilen.

Wenn du nach drei Monaten immer noch nicht einordnen kannst, was die Daten bedeuten, ist ein SEO-Audit der sinnvolle nächste Schritt. Du bekommst eine unabhängige Einschätzung, was die Zahlen tatsächlich bedeuten.



Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen der Search Console und Google Analytics?

Die Search Console zeigt dir, wie deine Website in der Google-Suche abschneidet: Klicks, Impressionen, Keywords, Positionen. Google Analytics zeigt dir, was Besucher auf deiner Website tun: welche Seiten sie besuchen, wie lange sie bleiben, ob sie ein Formular ausfüllen. Für die Frage Werde ich gefunden? ist die Search Console das richtige Tool.

Meine Agentur schickt mir Reports aus einem anderen Tool. Warum?

Viele Agenturen nutzen Drittanbieter-Tools wie Sistrix oder Semrush. Diese Tools schätzen Keywords und Positionen auf Basis eigener Datenpunkte. Die Zahlen können vom tatsächlichen Google-Traffic abweichen. Das ist kein Zeichen für schlechte Arbeit. Aber wenn du die echten Google-Zahlen willst, ist die Search Console die Quelle.

Wie richte ich die Search Console ein?

Dafür brauchst du Zugang zu deinem Google-Konto und Bearbeitungsrechte auf deiner Website oder deinem Domain-Anbieter. Die Einrichtung dauert fünf Minuten. Lass es von deinem Entwickler oder deiner Agentur machen und frag nach Lesezugriff für dich.

Was bedeutet Position in der Search Console?

Position bezeichnet den Platz, auf dem deine Website bei einer bestimmten Suchanfrage erscheint. Position 1 ist das erste organische Ergebnis. Die Search Console zeigt Durchschnittspositionen über einen gewählten Zeitraum. Einzelne Keywords können stark schwanken. Wichtiger als der genaue Wert ist der Trend über mehrere Monate.

Ich sehe kaum Daten in der Search Console. Was ist falsch?

Drei mögliche Ursachen: Die Search Console wurde erst kürzlich eingerichtet (es dauert einige Wochen bis Daten aufgebaut sind). Deine Website hat generell wenig Suchtraffic. Oder die Website ist nicht korrekt verifiziert. Wenn du nach vier Wochen immer noch kaum Daten siehst, ist das ein Gespräch mit deiner Agentur wert.

Wenn du die Daten siehst, aber nicht einordnen kannst, was sie bedeuten, ist ein SEO-Audit ein konkreter nächster Schritt. Du bekommst eine unabhängige Einschätzung ohne Vertragszwang. Schreib mir an philipp@seovisory.de oder buch dir direkt ein Gespräch: Termin buchen

Philipp Michel
Philipp Michel

SEO-Berater mit Fachinformatiker-Hintergrund und 8+ Jahren Erfahrung. Philipp Michel hilft KMUs und Mittelstand im DACH-Raum dabei, über Google gefunden zu werden — und Unternehmen mit laufendem SEO, es endlich sauber zu steuern. Betreiber der SEO Germany Community auf Discord und Entwickler von AuditPath.

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